zuletzt Aktualisiert: 23. November ′11 um 13:18 Uhr
Finstere Wolken zogen auf und verdeckten den Mond und die Sterne. Der Wind frischte auf und trieb das Grau am Himmel eilig vor sich her. Schon bald würde es sicher anfangen zu regnen. Vielleicht würde es sogar Sturm geben. Kein Licht am Himmel beleuchtete das Geschehen auf der Erde. Trotzdem konnte man ihn erkennen, wie er eilig durch die Nacht lief. Er schlang seinen Mantel noch fester um seinen Oberkörper, um so wenigstens ein bisschen von der Kälte abzuhalten. Es half nicht viel. Die Kälte kroch ihm bis in die Knochen und ließ ihn zittern. Er musste an etwas anderes denken! Er musste sich konzentrieren und sein Ziel fokussieren. Denn er hatte ein Ziel. Ein wichtiges Ziel. Nur deshalb war er jetzt nachts allein unterwegs. Unterwegs bei einem Wetter, bei dem man nicht einmal einen Hund vor die Tür gejagt hätte. Aber er hatte dieses Ziel, und somit hatte er heute Nacht keine andere Wahl. (JuBi)
Zitternd und suchend blickte er sich um. Bald musste doch sein heutiges Ziel in Sichtweite kommen oder zumindest erste Hinweise zu sehen sein. Aber um ihn herum sah er nur die Schatten der Baumkronen, die sich im Wind wiegten. In der Ferne ertönte ein Donnergrollen, welches das von ihm befürchtete Unwetter ankündigte. Er schlang seinen Mantel noch enger um seinen Körper und beschleunigte seine Schritte. Hoffentlich würde er irgendwo Schutz vor dem drohenden Regen finden. Es dauerte jedoch nur Augenblicke bevor sich die Schleusen des Himmels über ihm öffneten und ein Regenschauer über ihm niederging. Grelle Blitze zuckten am Himmel, den ohrenbetäubender Donner folgte. Der Wind peitschte ihm den Regen ins Gesicht, der auch seine Kleidung durchnässte. Dies machte, ebenso wie der aufgeweichte Boden, sein Vorankommen nicht einfacher. Inzwischen bereute er, dass er in dieser Nacht und bei diesem unwirtlichen Wetter unterwegs war. Sollte er umkehren, wo sich selbst der Himmel gegen ihn verschworen zu haben schien? Nein, dazu war es zu spät. Dazu hatte er schon zu viel geopfert. Und heute Nacht, das wusste er, würde sich ihm eine der seltenen Chancen bieten, seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Also schritt er weiter durch den Regen, bis er in der Ferne ein Licht sah, Vielleicht fand er dort ja Schutz vor diesem Unwetter. Rasch schritt er darauf zu. (Praktikantin)
“Es hat geklappt”, dachte sie. Von ihrem Versteck, einem Hochsitz am Rande der Lichtung, beobachtete sie, wie er, gegen den Wind gebeugt, die Lichtung überquerte. “Wir haben’s doch gut berechnet. So und so lange bis zum Sonnenuntergang. So und so lange, bis er hier sein würde. Mit dem Regen konnte zwar keiner rechnen, aber trotzdem: Das Licht ist zur rechten Zeit angegangen.” Böse sah sie zur anderen Seite der Lichtung hinüber, wo die nassen Zweige in Streifen, als er den schmalen Weg betrat: “Lauf, Junge. Du wirst dich wundern!” (I. Arlt)
Vollkommen durchnässt und halb tot gefroren klopfte er an der Tür um nach Einlass zu fragen. Zu seiner Überraschung glitt die Tür geräuschlos auf. Drinnen empfing ihn beklemmende Dunkelheit. (unbekannt)
Die Stille erschreckte ihn, und er blickte sich um, doch seine Augen gewöhnten sich nur langsam an die Dunkelheit. Angestrengt versuchte er, jemanden wahrzunehmen, eine Bewegung, ein Räuspern, leises Atmen. Aber nicht das leiseste Geräusch drang an sein Ohr. Alles in ihm drängte zurück, sein Herz raste und er schaffte es kaum, dem Impuls zu widerstehen, umzukehren und dieTür hinter sich zu fallen zu lassen. Aber sein Ziel, nur dieses Ziel. das er erreichen wollte und von dem so viel abhing, zwang ihn weiter zu gehen, den Raum zu betreten. Er spähte hinter das Türblatt, und jetzt nahm er doch jemanden wahr. Ein heiseres Husten, dann eine Stimme.
“Ich habe dich erwartet”, sagte ein Mann. (Christine Fehér)
“Es bleibt nicht mehr viel Zeit, wir müssen uns beeilen. Das Schicksal jedes einzelnen von uns, hängt davon ab,
ob du bereit bist dich zu fügen und alles hinter dich zu lassen.”
Sie betraten einen weiteren Raum, in dem eine einzelne Kerze auf einem kleinen Tisch loderte. Auf dem braunen Holztisch lag ein dickes, leicht vermodertes altes Buch. In dem kleinen Raum roch es feucht und er hatte das Gefühl in ein anderes, längst vergessenen Jahrhundert zu tauchen.
“Ich habe mich lange mit deiner Familie und ihrer Geschichte beschäftigt”, sagte der alte Mann. “Warscheinlich bin ich der einzig noch überlebende, der das Geheimnis kennt.” (T. S.)
2 Kommentare über “Die JuBi schreibt ein Buch”
“welches Geheimnis?” fragte Paul, völlih entsetzt.
“Das Geheimnis, dass schuld daran ist, dass deine Familie..” der alte Mann hustete, er sah plötzlich sehr alt und zerbrechlich aus, “dass geheimnis, dass alle dazu verflucht, jede siebte Generation zu opfern!”
Paul wusste zwar nicht, was das bedeutete,aber er bedauertete seine Entscheidung herzukommen…
Doch sofort dachte er an Aylina und Nala, herzukommen war die einzigste Möglichkeit wieder mit ihnen zusammen zu sein…
Zusammen sein. Jede siebte Generation. Opfer. Seine Gedanken konnte er nicht ordnen. Die Dunkelheit, der alte Mann und seine unverständlichen Äußerungen machten ihm Angst. Was sollte er jetzt tun?
Sie beobachtete ihn. Das Licht hatte ihn zur Hütte geführt. Alles läuft wie geplant. Doch was ist das? Wer ist das?
Hinter Paul öffnete sich die Tür wieder geräuschlos. “Was erzählst du dem Jungen da, Alter?” hörte Paul. Der Alte griff nach dem Buch. Er war nicht überrascht. “Du weißt was hier geschrieben steht. Die Zeit ist gekommen”. Paul hatte immer noch nicht gewagt, sich umzudrehen.



